Braucht das Relative das Absolute?

Brunner behauptet zu Recht, unsere Weltsicht, also die von unseren Interessen und unserer Lebensfürsorge bestimmte Weltsicht des praktischen Verstandes, bleibe immer relativ. Auch müssen wir davon ausgehen, dass jedes Wesen seine eigene relative Weltsicht hat. Folgt daraus aber, dass es eine absolute Weltsicht geben muss? Keineswegs. Es bedeutet lediglich, dass alle Weltsichten perspektivisch begrenzt sind. Das Relative setzt zwar begriffslogisch das Absolute voraus, aber nicht reallogisch. Die Philosophie sollte bescheiden bleiben und sich mit dem Bewusstsein des Relativen begnügen.

Eine Reaktion zu “Braucht das Relative das Absolute?”

  1. Gerda Rosenberger

    Die Philosophie soll bescheiden bleiben - aber der Philosoph als Mensch auf der Suche nach dem Absoluten, nach der Geborgenheit des Menschen worin auch immer, kann Gefahr laufen, die Grenze des Relativen zu überschreiten. Brunner hat das wohl nicht erkannt oder diese Grenzüberschreitung ist ihm aufgrund seiner religiösen Erziehung geläufig. Vielleicht ist dadurch die Versuchung in die Transzendenz abzuheben auch besonders groß. Auf jeden Fall hat er dadurch auch Anhänger gewonnen. Menschen, die auf Spekulationen in diesem Bereich verzichten, sind insgesamt eher selten.

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