Der rehabilitierte Egoismus

Der Egoismus hat einen schlechten Ruf. Er gilt als Schmuddelkind der Moralphilosophie und politischen Philosophie. Brunner hat das Verdienst, dass er den Egoismus als eine anthropologische Konstante und als eine wertneutrale Grundlage unseres Handelns rehabilitiert hat. Für Brunner ist er nichts anderes als das natürliche Eigeninteresse im Dienst der eigenen Lebensfürsorge. Wenn wir uns mit anderen staatlich organisieren, bauen wir keine Kirche, in der wir ein höheres Wesen anbeten (z.B. die Hegelsche Vernunft), sondern wir bauen ein Haus, in dem jeder, unter dem Dach eines die Einzelegoismen bündelnden Gemeinschaftsegoismus, sein eigenes Zimmer einrichten kann.
Brunner wird damit, obwohl er selbst eher dem politischen Konservatismus zuneigte, zu einem politischen Denker des Liberalismus.

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