Monatsarchiv für Februar 2016

Brunners “innere Gattungen”

Samstag, den 20. Februar 2016

Brunners “innere Gattungen” haben ihre Wurzeln in Platons Ideen und in Spinozas Attributen. Brunner selbst will sie nicht als apriorisch verstehen und er lehnt auch den Gedanken ab, die inneren Gattungen seien veränderlich und Produkte einer Evolutionsgeschichte. Doch genau in dieser Weise sind sie anschlussfähig an die evolutionäre Erkenntnistheorie: als apriorisches, mit der Entwicklung des [...]

Lotte Brunner

Dienstag, den 16. Februar 2016

Lotte Brunner, die Stieftochter Brunners, ist bei weitem die interessanteste Figur im Kreis um Brunner. Philosophisch hochbegabt, hatte sie als Frau kaum die Möglichkeit, sich als eigenständige Denkerin zu profilieren. Sie publizierte unter dem Pseudonym E.C.Werthenau und stellte sich ganz in den Dienst Brunners. Schärfer als andere hat sie Schwachstellen bei Brunner erkannt, z.B. beim [...]

Brunner und Wittgenstein

Mittwoch, den 10. Februar 2016

Brunner und Wittgenstein leben auf den ersten Blick in zwei völlig unterschiedlichen philosophischen Welten: Brunner steht ganz in der Tradition des kontinentaleuropäischen Seinsdenkens, während Wittgenstein mit seinen Logik- und Sprachanalysen die analytische Philosophie in Gang setzte. Doch liest man die letzten Seiten des Tractatus, fallen überrraschende Gemeinsamkeiten auf: Auch Wittgenstein hat es letztlich auf die [...]

Brauchen wir Brunners Geist?

Sonntag, den 7. Februar 2016

Brunner zeigt zu recht, dass unsere und die Weltsicht aller anderen Wesen relativ ist. Nun versucht er in seiner Fakultätenlehre, die Relativität durch ein Absolutes zu grundieren - den Geist. Diejenigen, die ihn verfehlen, stützen sich auf ein falsches Absolutes, - den Aberglauben, z.B. in der Form von Religion.
Doch brauchen wir überhaupt ein Absolutes? Warum [...]

Der säkulare Talmudgelehrte

Freitag, den 5. Februar 2016

Die Familientradition bestimmte Constantin Brunner zum Talmudgelehrten. Er wurde es nicht und ist es doch auf seine eigene Art immer geblieben: ein sein Leben lang dem Schriftstudium hingegebener Gelehrter, der Weltkenntnis nicht aus der Erfahrung, sondern aus dem unablässigen Studium bezieht. Und ganz in der jüdischen Rabbinertradition wurde er für seine Bekannten und Freunde auch [...]

Brunners Verhältnis zur Öffentlichkeit

Montag, den 1. Februar 2016

Brunner hat sich die meiste Zeit seines Lebens vor der Öffentlichkeit abgeschirmt und nie ein Verhältnis zu ihr gefunden. Er hat weder theoretisch noch lebenspraktisch die offene Gesellschaft der Moderne angenommen und ihre Mechanismen auch nicht genutzt. Sein Verhältnis zu ihr schwankt immer zwischen den beiden Extremen schweigender Rückzug oder überzogene Polemik.
Es bleibt eine Aufgabe, [...]